
Demokratie erfahren – nicht nur verstehen
10. April 2026Im September 2026 feiern wir das 50-jährige Bestehen unserer Schule. Ein guter Anlass, kurz innezuhalten und zurückzublicken: auf eine Schule, die sich immer wieder neu erfunden hat – und dabei immer dieselbe geblieben ist.
1976: Ein neues Viertel braucht eine neue Schule
Rauschwalde wuchs in den 1970er Jahren rasant. Zwischen 1975 und 1977 entstanden westlich der Karl-Eichler-Straße rund 1.500 Neubauwohnungen – fünfgeschossige Plattenbauten, die für Hunderte junger Familien zur neuen Heimat wurden. Für deren Kinder brauchte es schnell eine eigene Schule. 1976 öffnete die 18. Polytechnische Oberschule am Eibenweg 1 ihre Türen. Gegenüber stand bereits die ältere Diesterwegschule – zwei Schulen, Seite an Seite, im wachsenden Stadtteil.
Wie in der DDR üblich, bekam die Schule bald einen Ehrennamen: Herbert Balzer, ein Görlitzer KPD-Funktionär, der 1945 kurz vor Kriegsende im KZ-Außenlager Gleina/Zeitz hingerichtet worden war. Wann genau die Namensverleihung erfolgte, ist nicht mehr überliefert.
Direkt neben der neuen Schule entstand 1976 die Ulberhalle – Görlitz‘ erste Großturnhalle mit internationalen Maßen für Hallenhandball. Für den Schulsport bedeutete das völlig neue Möglichkeiten. 2002 musste die Ulberhalle aus Sicherheitsgründen schließen. Fast fünf Jahre pendelten die Schüler per Shuttlebus nach Hagenwerder, bis am 30. Dezember 2007 die neue Sporthalle am Diesterwegplatz eröffnet wurde – zur Einweihung kam Handball-Weltmeister Lars Kaufmann, gebürtiger Görlitzer und ehemaliger Ulberhallen-Sportler.
Nach der Wende: neue Namen, neues System
Die Wiedervereinigung brachte auch hier einen Neuanfang. Aus der 18. POS wurde die Mittelschule Rauschwalde – im Schulamt auch als Mittelschule 5 geführt. 2006 feierte die Schule ihr 30-jähriges Bestehen mit einem Fest über drei Tage. 2010 unterzeichnete Schulleiter Volker Rienäcker eine Kooperationsvereinbarung mit der DB Regio AG: Betriebsbesichtigungen, Bewerbertrainings, Praktika. 2013 folgte die sachsenweite Umbenennung aller Mittelschulen – seitdem heißt sie Oberschule Rauschwalde. Der vierte Name in knapp 40 Jahren.
2016: Frischzellenkur nach 40 Jahren
Ende 2014 genehmigte der Stadtrat die Komplettsanierung für 3,3 Millionen Euro. Ein Jahr lang zog die Schule aus, am 22. Februar 2016 wurde das sanierte Gebäude übergeben: neue Klassenzimmer, Sanitäranlagen, ein Aufzug, barrierefreie Umbauten. 368 Schüler zogen ein.
Die Freude war groß – auch wenn die Schule bald wieder aus den Nähten platzte. Görlitz‘ vier Oberschulen belegen heute 77 Räume, obwohl ihre Gebäude nur für 66 ausgelegt sind. Auf den Schulhöfen stehen Container. Als Reaktion baut die Stadt jetzt eine fünfte Oberschule – und nimmt die Anmeldungen dafür ausgerechnet hier entgegen.
2024–2026: Fünf Auszeichnungen in zwei Jahren
Dass aus einer Notlösung eine Erfolgsgeschichte werden kann, hat die Schule zuletzt eindrücklich gezeigt. Wegen Lehrermangels drohte fast die Hälfte des Informatikunterrichts auszufallen. Die Lösung: Mitarbeiter des Görlitzer IT-Unternehmens QESTIT sprangen als Aushilfslehrkräfte ein, rund 150 Schüler der Klassen 8 und 9 profitierten. Lehrkräfte, IT-Fachleute und die Schulsozialarbeit zogen an einem Strang – im Unterricht, bei Projekten, in der Frage, wie digitale Bildung wirklich wirkt.
Was folgte, war bemerkenswert. Im Sommer 2024 gewannen Schüler der Klasse 8a den zweiten Platz beim bundesweiten Wettbewerb „myDigitalWorld“. Im August 2024 folgte die Auszeichnung als „Digitale Schule Sachsen“. Im November 2024 belegte die Schule gemeinsam mit QESTIT den zweiten Platz beim SCHULEWIRTSCHAFT-Preis des Bundeswirtschaftsministeriums. Im März 2025 erhielt Informatiklehrer Robert Koegler den zweiten Preis beim Deutschen Lehrkräftepreis für sein Projekt „Mediendozent – Ist das Kunst oder kann das KI?“.
Im April 2026 folgt die nächste Auszeichnung: Der Digitalverband Bitkom zeichnet die Oberschule Rauschwalde beim bundesweiten Smart-School-Wettbewerb aus. Damit gehört die Görlitzer Schule zu einem Netzwerk von über 150 digitalen Vorreiterschulen in ganz Deutschland.
Die Preisverleihung fand am 16. April 2026 im Rahmen der „Smart Education Night“ in der Siemens Hauptstadtrepräsentanz in Berlin statt. Schulleiterin Winnie Scholz-Kunitz und Informatiklehrer Robert Koegler nahmen die Auszeichnung persönlich entgegen. Den Juryvorsitz hatte Bundesbildungsministerin Karin Prien inne.
Was die Jury überzeugt hat, bringt Schulleiterin Scholz-Kunitz auf den Punkt: „Wir haben keine einzelnen Leuchtturmprojekte gebaut, sondern versucht, das Ganze zusammenzudenken – Infrastruktur, Unterrichtskonzept, Lehrerqualifizierung und echte Partner aus der Praxis.“
Das Festwochenende – alle sind eingeladen
Das Festwochenende – alle sind eingeladen
50 Jahre sind ein guter Anlass, zusammenzukommen. Wir planen zwei Tage für alle, die mit dieser Schule verbunden sind – ob heute oder vor Jahrzehnten. Wer schon länger mit ehemaligen Klassenkameraden in Kontakt ist: Das Jubiläumswochenende wäre ein schöner Anlass für ein Klassentreffen.
Freitag, 18. September – Sport
Vormittags gestalten wir ein Sportprogramm für die aktuellen Schüler mit Stationen, Retrospielen und allem, was dazugehört. Ab 17:30 Uhr öffnet die Sporthalle Rauschwalde für das große Volleyballturnier der Ehemaligen – Anpfiff ist um 18:00 Uhr. Für Speis und Trank ist gesorgt. Gefeiert wird bis etwa Mitternacht.
Samstag, 19. September – Begegnung & Kaffee
Ab 10:00 Uhr Frühschoppen für alle Ehemaligen und Interessierten, dazu geführte Rundgänge durch die Schule bei offenen Türen. Für Speis und Trank ist gesorgt. Um 15:00 Uhr treffen sich ehemalige Kolleginnen und Kollegen zur Kaffeezeit – Kuchen verkaufen die Absolventen selbst. Gegen 18:00 Uhr klingt der Tag aus.
- Freitag, 18. September: Sportprogramm für Schüler (Vm.) · Volleyballturnier für Ehemalige ab 17:30 Uhr (Sporthalle Rauschwalde)
- Samstag, 19. September: Frühschoppen & offene Schultüren ab 10:00 Uhr · Kaffeezeit ab 15:00 Uhr
- Weitere Informationen und die Anmeldung zum Volleyballturnier folgen demnächst auf dieser Seite.



